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Fenster
 
Fenstertausch

Fenster sind - wie die Parabel vom Missgeschick der Schildbürger nachdrücklich zeigt - ein wesentliches Element eines Hauses. Kein anderer Bauteil hat gleichzeitig so viele funktionelle Aufgaben zu erfüllen: Belichtung, Witterungsschutz, Belüftung.

Vor rund 6.000 Jahren haben Menschen erstmals - soweit heute bekannt - künstliche Öffnungen in ihre Behausung gehauen - wohl noch recht mangelhafte Fenster. Ein entscheidender Schritt gelang dann - zirka 100 n. Chr. in Rom - mit der Entwicklung von Glasfüllungen, die neben Luft und Licht auch den Schutz vor Kälte und Regen brachten. Unserem Jahrhundert war es vorbehalten, bauphysikalische Leistungen - Schall- und Wärmeschutz - mit Kunststoff-Fenstern zu perfektionieren.

Die Augen des Gebäudes

Damals wie heute bestimmen Fenster - die Harmonie zwischen (abweisender) Wand und (einladender) Öffnung der Fassade - wesentlich unseren Eindruck von einem Gebäude. Wert und Ansehen eines Hauses, seine Zweckbestimmung, sein "Charakter" werden von der Fenstergestaltung geprägt - ebenso wie unsere Vorstellung von den Menschen, die dahinter leben, arbeiten, repräsentieren. Seit jeher legen gute Architekten und Baumeister - in nahezu allen Architekturtypen und -epochen - daher grössten Wert auf Optik, Design, Grösse, Anordnung, Form und Ausführung der Fenster.

Kostenfaktor Denkmalschutz

Der Umgang mit der Sanierung von Fenstern ist folgerichtig auch ein zentrales Anliegen der Denkmalpflege. "Wo immer die Restaurierung vorhandener, originaler Fenster möglich und sinnvoll ist, sollte sie auch durchgeführt werden", kann als Devise gelten. Müssen Fenster aus Qualitätsgründen getauscht werden, sind sie so anzupassen, dass die Eigenheit des Gebäudes erhalten bleibt. Wirtschaftliche Fragen sind dabei nicht zu vernachlässigen: Denkmalpflege ist meist eine kostenintensive Angelegenheit.

Kunststoff aus ästhetischen Gründen

Puristen mag es auf den ersten Blick erstaunen: Immer öfter kommen bei der Sanierung denkmalgeschützter Häuser Kunststoff-Fenster zum Einsatz - nicht so sehr aus wirtschaftlichen als vielmehr auch aus optischen Gründen. In vielen Fällen kann die originalgetreue Nachbildung der ursprünglichen Fenster überhaupt nur mit PVC erreicht werden. Dazu treten noch die bekannten Vorteile der pflegeleichten und praktisch wartungsfreien Kunststoff-Fenster.

Ein Beispiel: die gelungene Renovierung des denkmalgeschützten Rathauses von Spandau. Kurz nach der Jahrhundertwende erbaut, ist es Zeitzeuge und Spiegel der damaligen Entwicklungen: Zu Beginn unseres Jahrhunderts gelang der alten Festungsstadt (Spandau ist erst seit 1920 ein Bezirk Berlins) dank geschickter Ansiedlungspolitik ein rasanter Aufschwung. Die moderne Stadt benötigte ein adäquates Verwaltungsgebäude. Traditionsstädte liessen zu dieser Zeit ihre Repräsentationsbauten nach wie vor in "Protz und Prunk" erstrahlen - Bauhaus, Josef Hoffmann und Le Corbusier waren weitgehend unbekannte Grössen. Nicht so die Spandauer Stadtväter - selbstbewusste "Industrialisten": Die üppige Stimmung der Gründerzeit sollte einer neuen Klarheit weichen, Würde durch Sachlichkeit entstehen. Klarheit und Regelmässigkeit der Fensterachsen geben dem Spandauer Amtsgebäude Ruhe und Sicherheit, die auch heute noch wirken.

Beim Material waren sich alle einig

Für den notwendig gewordenen Fenstertausch regte der Denkmalschutz daher die ansichtengleiche Rekonstruktion der Fenster an, um die architektonische Kraft des alten Gebäudes zu unterstreichen. Die Fenster sollten mit echten, das heisst tatsächlich glasteilenden Sprossen versehen werden. Die Experten entschieden sich für PVC, da dieses alle Anforderungen ohne Verminderung der technisch/physikalischen Eigenschaften optimal erfüllt. Dem Erscheinungsbild der ursprünglichen Holz-Fenster wird das neue Material bestens gerecht. Dass auch die wirtschaftliche Komponente ein starkes Argument für Kunststoff-Fenster in der Denkmalsanierung ist, wird durch den Anschaffungspreis ebenso belegt wie durch die geringen Folgekosten. Und gerade Bauherren, die renovieren, sind sich der hohen Instandhaltungskosten alter Fenster wohl bewusst.

Ein weiteres Beispiel für eine gelungene Renovierung ist die Baumwollspinnerei in Speyer. Der Bau zählt zu den beeindruckendsten Industriebauten aus der Zeit um 1900. Er ist entscheidend von seinen übergrossen Fenstern mit echter Sprossenteilung geprägt. Bei der Sanierung haben sich die Betreiber für Kunststoff-Fenster entschieden, da PVC der wegweisenden Architektur des 20. Jahrhunderts besonders entgegenkommt: Sie vereinen modernste Bautechnologie mit Repräsentation und einem auch auf Dauer günstigen PreisLeistungs-Verhältnis zu einer neuen Vollkommenheit.


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