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Diese Haut altert nicht -
Fassadenplatten aus PVC
Es war die Ölkrise in den 70er Jahren, die aus einem oberösterreichischen
Maler und Anstreicher einen kunststoffverarbeitenden Unternehmer machte.
Gesucht wurde eine Lösung zur besseren Aussenisolation von Gebäuden
- und damit Heizkostensenkung.
"Wir haben im Ort zwei Häuser, an denen wir vor bald 21
Jahren unsere ersten Fassadenplatten montiert haben. Und heute noch
führen wir Kunden, die sich über die Haltbarkeit und Optik
der Platten informieren wollen, dort hin", berichtet Helmut Salhofer
jun. nicht ohne Stolz. Denn neben der Wärmedämmung - bei
entsprechender Hinterlegung der Platten mit Mineralwolle oder Styropor
kann eine Heizkostenreduktion von zumindest einem Drittel erzielt
werden - ist die "ewige Jugend" das zweite schlagende Argument
der Fassadenverkleidungen aus PVC.
Auf Wunsch noch bunter
Rund 35.000 Quadratmeter Platten jährlich produziert Extrutherm,
ein 18-Mitarbeiter-Betrieb in Gunskirchen nahe Wels, derzeit allein
für den österreichischen Markt. Tendenz steigend. Zum
Vergleich: Das "durchschnittliche" Einfamilienhaus benötigt
zur Verkleidung von zwei Wetterfronten zwischen 120 und 160 m2.
Ab dieser Grössenordnung ist die Firma, die 11 Farbtöne
und zwei "Grundstrukturen" im Programm hat, auch bereit,
Sonderwünsche zu erfüllen. So kann die Kleinvilla dann
auch - wie bereits geschehen - im kräftigen Violett auftreten.
Und wenn ein Kunde für seine Fassade eine besondere Oberfläche
wünscht, ist der Familienbetrieb durchaus bereit, die Form
für die Spritzgussmaschine entsprechend zu gestalten. "Möglich
ist alles", stellt Herr Salhofer ergreifend schlicht fest.
Eine wasserdichte Angelegenheit
Meist aber greifen die Bauherren dann doch auf die klassischen
feinkörnigen (extrudierten) oder gröberen (spritzgegossenen)
Platten zurück, die aus der Entfernung nicht von einer schlichten
Putzfassade zu unterscheiden sind. Ein eigens entwickeltes Nut-Feder-Stecksystem
erlaubt nahtloses und damit absolut wasserdichtes Verlegen. Auf
Wunsch des Kunden ist auch eine Schindel-Anmutung möglich.
Die Platten werden mit Profilen auf einen an der Aussenmauer errichteten
Rost montiert.
Was gut ist, wird gern kopiert
Längst haben Fassadenplatten den Ruf abgelegt, zwar praktisch,
doch optisch wenig ansprechend zu sein. So verleihen etwa Platten
mit strukturierter Oberfläche auch Bauernhäusern den gewünschten
Anblick von althergebrachtem Putz - doch mit dem Unterschied, dass
nicht in einem fort renoviert werden muss. In den USA und einigen
europäischen Ländern sind PVC-Fassadenverkleidungen gängige
Praxis, hierzulande gelten sie noch als "Geheimtip".
Und wie stehts um das Recycling? Salhofer: "Selbstverständlich
werden die Platten zur Wiederverwertung zurückgenommen. Nur
gibt es da halt das Mengenproblem: ein, zwei Fassaden im Jahr -
mehr kommt nicht." Denn nur in Ausnahmefällen trennen
sich Hausbesitzer von der pflegeleichten, unverwüstlichen Aussenhaut.
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