API PVC- und Umweltberatung
Österreichs Branchenvertretung der PVC-Hersteller
PVC hält dicht
Wasser ist für viele Meisterleistungen der Ingenieurskunst kein Segen,
sondern Gefahr. Die auch mit Hilfe von PVC-Dichtungsbahnen gebannt wird.
Wir schreiben anno 3000 vor Christi Geburt. In Babylon und Assyrien werden
die Vorläufer dessen, was wir heute Tunnel nennen, entwickelt. In der Folge
übernehmen auch die Griechen und Römer die konstruktiven Neuerungen.
Nicht die Vereinfachung des Verkehrs, sondern Be- und Entwässerung sind
die Aufgabe dieser historischen "Löcher". Den entscheidenden
Durchbruch zum modernen Tunnelbau bringt dann allerdings erst das 17. Jahrhundert
mit der Einführung des Schwarzpulvers. Nun kann Gestein gesprengt werden.
Der Mensch verbindet, was die Natur getrennt hat. Tunnel wie der Felbertauerntunnel
gelten als Meilensteine - zuletzt hat der Eurotunnel Furore gemacht.
Hohe Schule der Ingenieurskunst
In früheren Zeiten kam es schon mal vor, dass beim Bau eines Tunnels von
zwei Seiten die Stollen über-, unter- oder aneinander vorbeiliefen. Das
ist heute aufgrund moderner Messtechnik auszuschliessen. Doch trotz der rasanten
Entwicklung der Tiefbautechniken im 20. Jahrhundert sind Tunnel nach wie vor
die Ñhohe Schuleì der Ingenieurskunst. Sie verlangen von allen
Beteiligten höchsten Anspruch an Qualität und Präzision.
Im kleinen, aber bergigen Österreich wurde ab 1970 jene Technik entwickelt,
die heute die weiteste Verbreitung findet: folgerichtig die "Neue österreichische
Tunnelbauweise" (NÖT) genannt. Erstmals umgesetzt wurde sie beim Bau
des Mauthtunnels. Dabei wird durch günstige, dem Gebirgsdruck angepasste
Formgebung des Querschnitts sowie schnelles Einbringen eines Spritzbetongewölbes
mit Stahlmatten und stählernen Bögen die Entfestigung des Gesteins
unterbunden und damit die natürliche Tragwirkung erhalten.
Ganz gleich, nach welcher Methode auch vorgegangen wird, ein Problem haben
die Tunnelbauer jeder Nationalität: Wasser, welches das Bauwerk auf Dauer
erheblich schädigen kann. Wie "gross" dieses Problem sein kann,
sei anhand der notwendigen Dichtungsflächen von derzeit im Bau befindlichen
Tunneln gezeigt: Beim deutsch-österreichischen Grenztunnel Füssen
sind ca. 36.100 Quadratmeter Fläche gegen das Einwirken von Wasser zu schützen.
Bei den österreichischen Projekten Umfahrung Landeck (Fertigstellung 1999)
werden ebenso wie bei der Umfahrung Melk (Fertigstellung 1999) Tunnel mit jeweils
ca. 70.000 Quadratmetern abzudichtender Tunneloberfläche errichtet. Der
2,1 Kilometer lange Tunnel durch den Schweizer Pierre Pertuis (Fertigstellung
ebenfalls 1999) weist rund 140.000 Quadratmeter zu dichtende Fläche auf.
Gefahr durch aggressive Bergwässer
Früher wurden die aggressiven Bergwässer in aufwendig hergestellten,
mit Kies und Steinmaterial ausgepackten Sickerschlitzen in einen Hauptkanal
abgeführt. Diese Art der Drainage ist vielfach noch heute wirksam. Durch
das jahrzehntelange Einwirken auch kleiner Wassermengen kam es jedoch in vielen
Tunneln zu Tropf- und Sickerstellen, Mauerwerksschäden und zu massiver
Eisbildung im Winter. Steter Tropfen höhlt nicht nur den Stein, sondern
auch die Tunnelwand? Nicht mehr, seit mit der NÖT auch die stete Entwicklung
der Abdichtung mit Kunststoffbahnen Furore macht. Zunächst wurden Bahnen
aus recyclierten Kunststoffen als Unterlage für die Dichtungsbahnen aus
1,5 mm PVC verlegt, später verwendete man Vliesmatten als Untergrund und
PVC-Dichtungsbahnen von 2 bis 3 mm Dicke. Die PVC-Bahnen werden auf Rondellen
- aus Kunststoff bestehenden runden Plättchen, die an der Wand befestigt
sind - fixiert und mittels Doppelheizkeilschweissmaschine verschweisst. Dabei
entsteht eine Doppelnaht mit einem prüfbaren Druckluftkanal, die später
mittels Eingabe von Druckluft auf ihre Dichtheit überprüft wird. Danach
wird der Tunnel mit einer weiteren Betonschicht ausgekleidet. Eine spätere
Wartung dieser Abdichtung ist nicht notwendig.
Was PVC dem Bergwasser entgegenhalten kann, darüber gab den "Starke
Seiten" die auf Abdichtung von Untergrund- und Tunnelbauwerken spezialisierte
Firma BAUVEG Auskunft. Geschäftsführer Walter Neumüller beschäftigt
sich seit Ende der 60er Jahre mit dem Einsatz von Kunststoffen im Bauwesen.
PVC ist für ihn das Material der Wahl: "In vielen Eigenschaften wären
andere Werkstoffe durchaus gleich beziehungsweise ähnlich. PVC kann aufgrund
seiner Weichheit aber leichter als andere Materialien verarbeitet werden. Es
lässt sich somit im Tunnel-Abdichtungsbereich nach derzeitigem Wissensstand
nicht ersetzen."
Mit zwei Millimetern Stärke absolut dicht
Die Wunschliste der Tunnelbauer an die Tunnelfolie ist lang: Dicht soll sie
sein, leicht zu verarbeiten, beständig gegenüber Bergwasser, unverrottbar.
Dazu natürlich vernünftig im Preis. Ein Fall für PVC. Nur 2 bis
3 mm dick sind sie, die Dichtungsbahnen. Auf der Tunnel-Innenseite mit einer
dünnen Signalschicht ver-sehen, um jede auch noch so kleine Beschädigung
sofort sichtbar zu machen. Die lückenlose Abdichtung ist ein absolutes
Muss.
Da PVC nicht verrottet, haben auch die Tunnelabdichtungen eine ausserordentliche
Haltbarkeit. Somit ist der Vergleich "solange der Berg steht, ist auch
der Tunnel dicht" durchaus angebracht.