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Neue Dimensionen des Wassertransports
Firmen, die Trinkwasser in Flaschen verkaufen, gibt es viele. Doch
nicht alle den-ken und planen in so großen Dimensionen wie Jan
Halverson, Direktor der Nordic Water Supply (NWS) in Norwegen. Er
entwickelte den "Water Bag" - einen giganti-schen Ballon,
mit dem bis zu 20.000 Kubikmeter Wasser (20 Millionen Liter!) trans-portiert
werden können. Die Ballons sind trotz ihrer Größe
so leicht, dass sie an der (Salz-)Wasseroberfläche schwimmen.
Zwei oder drei dieser Giganten können mit einem Stahlseil an
einem Schlepper befestigt werden, der sie dann über das Meer
zu Dürregebieten zieht. Im Unterschied zu Tankschiffen können
die Water Bags auch in seichteren Häfen problemlos entladen werden
und der Kostenvergleich überzeugt: "Spanien und Marokko
könnten 50 Prozent ihrer Ausgaben einsparen, wenn sie Trinkwasser
statt mit Tankern mit unseren Water Bags transportierten. Das werden
sie auch schon bald tun", erläutert Halverson.
Die "Wasserballons" bestehen aus PVC-beschichtetem Polyestergewebe.
Der Werkstoff PVC eignet sich wegen seiner Wind- und Wetterbeständigkeit
besonders gut für die Haut der mobilen Wassertanks. Seewasser
kann ihm ebenso wenig an-haben wie Hitze, Kälte und starke UV-Bestrahlung.
Dazu kommt, dass sich PVC im Trinkwasserbereich schon seit langem
bewährt - bei Rohren ebenso wie bei Trink-wassertanks, die mit
PVC-Folien ausgekleidet sind.
In Zusammenarbeit mit der Mediterranean Water Supply sollen mit
den Water Bags bis zum Jahr 2001 sieben Millionen Kubikmeter Trinkwasser
jährlich von der Türkei nach Nordzypern transportiert
werden. Das ist erst der Anfang: Weltweit leiden zwei Milliarden
Menschen unter Trinkwassermangel. "Sogar Deutschland oder die
Nie-derlande haben Trinkwasserprobleme", sagt Halverson. "Wir
sehen hier noch große Möglichkeiten."
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