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Neue Technologie für PVC-Recycling:
Verwertungsanlage nach dem "Vinyloop"-Verfahren geht in Betrieb

Februar 2002
. Mit einer neuen Technik lassen sich jetzt auch jene PVC-Fraktionen verwerten, die in herkömmlichen Recyclingverfahren als schwierig gelten: Kabelabfälle, Folien, Lebensmittel- und Pharmablister, Bodenbeläge, Verbundstoffe. Während andere (werkstoffliche) Recyclingverfahren im Wesentlichen auf einer Zerkleinerung der Abfälle beruhen, basiert "Vinyloop" auf der relativ leichten Löslichkeit von PVC in bestimmten Substanzen. Damit kann der Kunststoff von Träger- und Fremdmaterialien getrennt werden, ohne die Molekülkette des PVC zu zerstören. Der wesentliche Vorteil: Am Ende des Vorgangs steht jene PVC-Mischung ("Compound"), aus der die ursprünglichen PVC-Produkte bestanden - inklusive der (teuren) Zusatz- und Füllstoffe. Das Recyclat - die Betreiber sprechen lieber von "wiedergewonnenem PVC" - wird nach ISO 9002 zertifiziert werden. Es ist somit hochwertiger und gezielter einzusetzen, wodurch auch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gegeben ist.

Vukovits
© Vinyloop  
Die erste großtechnische Anlage nach dem Vinyloop-Verfahren im norditalienischen Ferrara nahm Anfang 2002 ihren Betrieb auf. Sie hat eine Kapazität von 10.000 Tonnen Altstoffen jährlich, was bei einem durchschnittlichen PVC-Anteil von 85 Prozent zu einer Menge von 8.500 Tonnen recycliertem PVC-Compound führt. Die Anlage - Investitionssumme rund 10 Millionen Euro - wird von Unternehmen der Solvay-Gruppe, in der das Verfahren entwickelt wurde, gemeinsam mit Partnern aus der PVC-Verarbeitung betrieben. Zunächst sollen primär Kabelabfälle verwertet werden. Unterstützt wurde die Errichtung durch "Vinyl 2010": Im Rahmen einer "Freiwilligen Selbstverpflichtung" haben sich die Hersteller, Verarbeiter und Zulieferer der PVC-Industrie europaweit zu Maßnahmen zur Förderung des nachhaltigen Wirtschaftens innerhalb der Branche verpflichtet. In den nächsten Monaten sollen Erkenntnisse zur Verfahrensoptimierung - vor allem im Hinblick auf die Ressourceneffizienz - gewonnen werden.

Neben PVC können auch die "abgeschiedenen" Materialien (meist Metalle und andere Kunststoffe) wieder eingesetzt werden. Die erforderlichen Lösemittel werden in einem geschlossenen System geführt. Generell eignet sich das Verfahren für sämtliche PVC-Anwendungen. Entwickelt wurde Vinyloop aber vor allem für die Bereiche Kabel, Automobil, Bodenbeläge, Folien und Verpackung, in denen die Trennung von PVC-Verbunden im Vordergrund steht.


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