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PVC in Müllverbrennungsanlagen-
Neue Studie über tatsächliche Auswirkungen

März 2000
. Kann PVC problemlos mit anderem Haushaltsmüll verbrannt werden? Es gibt nichts, das dagegen spricht, sagt das holländische Forschungsinstitut TNO in einer Analyse neuester Daten von Müllverbrennungsanlagen (MVA) aus ganz Westeuropa. TNO verglich die Verbrennung von Müll mit geringem oder hohem PVC-Anteil mit der Verbrennung von "PVC-freiem" Müll.

Fazit: Es bringt weder ökologische noch finanzielle Vorteile, PVC aus dem Müll zu entfernen. Denn trotz spezifischer Auswirkungen spielt PVC bei der Müllverbrennung keine negative Rolle. So sind etwa Dioxinbildung oder Korrosion in MVA auf zahlreiche, miteinander vernetzte Faktoren zurückzuführen.

Die Detailfragen, die untersucht wurden:
  • Abluftreinigungssysteme werden auch dann gebraucht, wenn der Müll kein PVC enthält. Sie müssten fast ebenso intensiv arbeiten, etwaige Ersparnisse an Betriebskosten wären minimal.
  • Dioxine entstehen auch bei der Müllverbrennung ohne PVC. Denn die Dioxinbildung ist nicht allein auf halogenierte organische Substanzen wie z.B. PVC zurückzuführen, sondern in gleichem Maß auf andere, "natürliche" Quellen wie etwa Speisereste, die gewöhnliches Speisesalz enthalten.
  • Korrosion in MVA kann zwar durch Chlor beschleunigt werden, doch ihr Entstehen hängt nicht direkt davon ab, ob PVC im Müll enthalten ist oder nicht. Zahlreiche andere Faktoren tragen ebenfalls dazu bei. Selbst eine (in der Praxis kaum durchführbare) komplette Entfernung von PVC würde das Risiko einer Korrosion kaum vermindern.
  • Die Energiegewinnung aus der Müllverbrennung würde sich ohne PVC nicht verbessern. Ganz im Gegenteil, denn PVC hat (ebenso wie andere Kunststoffe) einen hohen Energiegehalt.
  • Die Menge an Reststoffen und die darin enthaltene Schwermetallkonzentration hängt vom Aufbau der MVA und nicht von PVC ab. Auch bei einer Entfernung von PVC müssten diese Reststoffe als Sondermüll entsorgt werden.
  • Die Fixkosten der MVA werden durch PVC nicht negativ beeinflusst, außer die Anlage läuft nicht bei voller Kapazität. Bei den Fixkosten liegt PVC - ähnlich wie Holz - wegen seines hohen Energiegehaltes zwischen nicht-chlorhaltigen Kunststoffen und dem durchschnittlichen Haushaltsmüll. Die variablen Entsorgungskosten erhöhen sich nur dann durch PVC, wenn die MVA nicht in der Lage ist, Salzsäure als Lösung von Kalziumsalzen zu binden. Die variablen Kosten hängen also in erster Linie vom Aufbau der Anlage ab. Allerdings spielen bei den Betriebskosten einer MVA generell die fixen Ausgaben eine viel wichtigere Rolle als die variablen Kosten.

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