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PVC auf dem Medizin-Sektor weiter im Vormarsch:
Neues Vinylchlorid-Copolymer verhindert Thrombosen
Mai 2003. Patienten, die sich einer Bypass-Operation oder einer Dialyse-Behandlung unterziehen, müssen mit einem hohen Thrombose-Risiko rechnen. Zur Vermeidung der Blutgerinnsel werden Heparin-Präparate gespritzt, die nicht ohne Nebenwirkungen sind.
Die Bildung der gefährlichen Blutgerinnsel erfolgt, sobald Blut mit anderen Materialien in Kontakt kommt - in den menschlichen Blutgefäßen hingegen wirkt das körpereigene Heparin gegen die Blutgerinnung. Diese spielt sich daher vorwiegend in den Blutschläuchen ab, in denen das Blut zirkuliert. Für diese Schläuche wurde nun ein Material entwickelt, das heparinähnliche Eigenschaften und damit antithrombotische Wirkungen aufweist. Entwickelt wurde das blutverträgliche Vinylchlorid-Copolymer von dem deutschen PVC-Hersteller Vestolit aufgrund von Erkenntnissen von Professor Marcel Jozefowicz, Universität Paris-Nord. "Wir sind davon überzeugt, dass diese Erfindung die bedeutende Position von PVC auf dem Medizin-Sektor noch weiter stärken wird", sagt Vestolit-Geschäftsführer Robert Bornhofen.
Zur weltweiten exklusiven Verarbeitung und Vermarktung des Materials wurde ein Lizenzvertrag mit der amerikanischen Teknor Apex abgeschlossen. Diese schätzt, dass die neuartigen Medizinprodukte in etwa zwei Jahren verfügbar sein werden.
Die Entwicklung zeige, so Franz Schmalwieser, Sprecher der österreichischen PVC-Herstellerinitiative API, erneut die ungeheure Innovationskraft von PVC. Der Kunststoff spielt im medizinischen Bereich eine bedeutende Rolle.
Weltweit gehen nur 2 % des Kunststoffverbrauchs in die Medizintechnik. Dafür sind aber die technischen Anforderungen in diesem Bereich besonders hoch, so dass nur ausgewählte Kunststofftypen in Frage kommen. Der wichtigste Kunststoff in der Medizin ist PVC mit 27 %, gefolgt von Polyethylen mit 24 % Anteil. PVC ist transparent wie Glas, dabei aber leicht und unzerbrechlich.
Mehr noch: In PVC-Beuteln bleibt das wertvolle Blut sogar länger haltbar als in allen anderen Behältern. In den europäischen Vorschriften ist PVC aus diesen Gründen bis heute als einziges Material für Blutbeutel zugelassen. Im Bereich der Blutbeutel ist zum einen eine hohe Kälteelastizität wichtig, da Blutkonserven über längere Zeit eingefroren werden. Zum anderen müssen sie nach dem Auftauen weich und flexibel sein, damit die Beutel beim Entleeren in sich zusammenfallen können. Andernfalls müsste zum Druckausgleich eine Belüftung mit steriler Luft erfolgen, was die Handhabung wesentlich erschweren würde. Allein Westeuropa verbraucht jedes Jahr über sechs Millionen lebensrettende Blutkonserven. Und das Material der Blutbeutel und Infusionsschläuche ist PVC. Auch Handschuhe, Wundpflaster, Schlauchklemmen und andere Zubehörteile werden aus PVC hergestellt.
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