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Neues Verfahren löst Recycling-Probleme -
Zweites Leben für PVC-haltige Verbundprodukte

Juni 1999
. Das Wiederverwerten von Verbundmaterialien wie PVC-beschichteten Textilien oder Bodenbelägen galt lange Zeit als schwierig, weil man die einzelnen Bestandteile oft nicht voneinander trennen konnte. Die Firma Solvay hat nun ein neues Recyclingverfahren vorgestellt, Vinyloop, mit dem das Problem im wahrsten Sinn des Wortes gelöst werden kann. "PVC löst sich in einigen Lösemitteln vollständig auf," sagt der Koordinator des Recyclingprojektes, J.M. Yernaux. "Wir haben uns diese Eigenschaft zunutze gemacht."

Das Vinyloop-Verfahren besteht aus vier Phasen: Zuerst werden die Verbundprodukte zermahlen und selektiv aufgelöst, dann werden die einzelnen Stoffe voneinander getrennt und getrocknet. Das wiedergewonnene PVC enthält alle Zusatzstoffe des Ausgangsmaterials und kann wieder als Compound verarbeitet werden. Andere aus Verbundmaterialien gefilterte Stoffe wie Polyester, Glasfasern oder Aluminium können ebenfalls wiederverwertet werden. Die von Solvay gemeinsam mit einem Hersteller von Planstoffen entwickelte Technologie eignet sich für die Aufarbeitung mehrerer PVC-haltiger Verbundprodukte: Planen, Armaturenbretter, Kabel, Bodenbeläge oder Tabletten-Durchdrückpackungen. Am Bau einer ersten Anlage wird bereits gearbeitet, sie soll im Jahr 2001 ihren Betrieb aufnehmen.

PVC schafft Qualifikation für Olympische Spiele -
Studie untermauert Umweltverträglichkeit


Die größte und renommierteste Forschungsorganisation Australiens, CSIRO, hat in einer soeben veröffentlichten Studie Kritik an PVC als Baustoff zurückgewiesen. Umweltaktivisten hatten gefordert, bei den Bauten für die Olympischen Spiele 2000 in Sidney auf PVC zu verzichten. CSIRO überprüfte daraufhin neueste Studien und Regierungsberichte aus der ganzen Welt und kam zu folgendem Ergebnis: "PVC im Baubereich ist nicht weniger umweltverträglich als andere Materialien. Auf Basis der vorliegenden Unterlagen erweist sich, daß es zu PVC keine brauchbare Alternative gibt, die umweltfreundlicher wäre", so CSIRO. Die australische Olympiakoordinationsbehörde hatte für die Spiele in Sidney Umweltrichtlinien erstellt, in denen empfohlen wird, PVC möglichst zu vermeiden. Doch seit Veröffentlichung der CSIRO-Studie vermeidet die Behörde jegliche negativen Kommentare über den Einsatz von PVC.

Auch die Kosten eines PVC-Verzichts beim Bau der olympischen Stätten wären beachtlich. Nach Berechnung eines wissenschaftlichen Instituts in Sidney würden die Baukosten dadurch um 9,48 Millionen US-Dollar (123 Millionen ATS) steigen.


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