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PVC bringt frischen Wind in alternative
Stromerzeugung:
Windkraftanlagen arbeiten mit Rotorblättern aus PVC
Juli 2002. Die Kraft des Windes wird seit Generationen in den
verschiedensten Arten von "Windmühlen" genutzt. Früher
wurde Windenergie zum Getreidemahlen und Wasserschöpfen genutzt,
heute wird daraus vor allem Strom erzeugt. Die erneuerbare Energiequelle
Wind gewinnt auch auf dem österreichischen Strommarkt immer größere
Bedeutung. Moderne Windkraftanlagen setzen auf Rotorblätter,
die so leicht sind, dass sie sich schon bei lauen Lüftchen in
Bewegung setzen, und gleichzeitig so fest, dass sie auch stürmischen
Bedingungen standhalten. Möglich wird dies durch eine so genannte
Sandwichkonstruktion, in deren Kern meist hoch leistungsfähiges
PVC steckt.
In der Regel bestehen diese "Sandwiches" aus zwei Deckschichten
aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die eine Schicht aus vernetztem
PVC-Hartschaum umhüllen. Das Kernmaterial absorbiert Scherkräfte,
die durch höhere Belastungen hervorgerufen werden, und verteilt
sie auf einen größeren Bereich. Die Deckschichten nehmen
normale Spannungen auf und sorgen für eine verschleißfähige
Oberfläche. Aus dieser Kombination entstehen Rotorblätter,
die besonders widerstandsfähig und langlebig, vor allem aber
leichtgewichtig sind. "Unsere PVC-Hartschaumstoffe bestehen
zu 50 bis 95 Prozent aus Luft", sagt Kurt Lehmann von Alusuisse-Airex,
einem europäischen Marktführer im Bereich der Sandwichkonstruktion.
"Polyolefine sind normalerweise zu weich, um als Kernmaterialien
für hoch belastbare Sandwichkonstruktionen eingesetzt zu werden.
Wir verwenden PVC wegen seiner ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften:
Es ist zug- und biegefest und hält auch hohem Druck stand,
ohne seine Form zu verlieren. Rotorblätter von Windkraftanlagen
können nun 20 bis 30 Meter lang, leichtgewichtig und relativ
dünn sein, ohne bei größerer Belastung abzuknicken."
Zusätzliche Vorteile sieht Lehmann in der Chemikalien- und
Verrottungsbeständigkeit von PVC und in seiner Langlebigkeit.
"Dies trägt zur größeren Sicherheit der Produkte
bei, die mit unseren Kompositwerkstoffen hergestellt werden. So
verwenden Flugzeugbauer, wie z.B. Diamond Aircraft aus Wiener Neustadt,
für die Flügel ihrer Maschinen den gleichen PVC-Hartschaum,
der auch in den Windkraftrotorblättern eingesetzt wird."
Führende Produzenten von Windkraftanlagen setzen auf die Kompositwerkstoffe,
darunter Vestas, Nordex, Euros und Enercon - ein Unternehmen, das
mit Europas höchstdotiertem Umweltpreis ausgezeichnet wurde.
Auch beim Bau von Schiffen, Booten oder Schienenfahrzeugen hat sich
die Sandwichkonstruktion mit PVC-Kern bewährt.
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