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"Eisernes" PVC in der Wiener Staatsoper -
2. Runde einer Erfolgsgeschichte
September 1999. Bereits zum zweitem Mal ist der Eiserne Vorhang der Wiener Staatsoper
Träger moderner Kunst. In der Saison 1999/2000 ersetzt der
von einer internationalen Jury ausgewählte Entwurf der Zwillingsschwestern
Christine und Irene Hohenbüchler das gewohnte "Orpheus"-Motiv.
Neuartige Technologien und der Werkstoff PVC machen es möglich:
Der 176 m2 große "Eiserne" wird mit einem feinmaschigen
Netz ummantelt und jede Saison neu gestaltet. Im Gegensatz zum 16
Tonnen schweren eisernen Brandschutz wiegt diese neue "Haut"
lediglich 70 Kilogramm, sodass sie mit einigen münzgrossen
Magneten befestigt werden kann - das künstlerisch umstrittene,
aber denkmalgeschützte Original wird also weder angebohrt noch
sonstwie beschädigt. Es kann auch weiterhin - allerdings nur
in den Sommermonaten - in alter Pracht besichtigt werden. "Die
Montage des Vorhangs hat nur 3 Stunden gedauert", berichtet
Josef Ortner von "museum in progress", der Initiative,
die der Kunst neue Räume findet - nicht nur in der Oper.
Das Kunstwerk wird mit der von der österreichischen Firma
BEKO entwickelten CALSI-Grossbildtechnik auf das "eiserne PVC"
aufgebracht. "Es handelt sich dabei um eine computergesteuerte
Malmaschine, mit der Bilder in praktisch jeder Grösse hergestellt
werden können", erklärt Peter Kotauczek, BEKO-Gründer
und Geschäftsführer.
Als Trägermaterial eignet sich am besten PVC, meint Kotauczek:
"PVC-Folien sind flexibel und leicht, ohne sich zu verziehen
oder Falten zu werfen. Das Material muss beständig gegen ultraviolettes
Licht sein: Das Weiss des Untergrundes darf nicht vergilben, da
es sonst die ästhetische Qualität des Bildes beeinträchtigt.
Das geht am besten mit PVC, auf dem sich auch die Acrylfarben gut
verankern lassen. Baumwolle oder Leinwand saugen zu viel Farbe auf,
dadurch werden Konturen unscharf. Zu guter Letzt wirkt PVC auch
brandhemmend, und das ist gerade für den Eisernen Vorhang besonders
wichtig", sagt Kotauczek.
Bis zum Jahr 2002 wird während der Opernsaison (zehn Monate)
jeweils ein zeitgenössisches Kunstwerk vor den bestehenden
Eisernen Vorhang gespannt. Nach Ende der Spielzeit übernimmt
das "museum in progress" die Gemälde. Sie können
bei anderer Gelegenheit - wie etwa internationalen Kunstmessen -
wieder ausgestellt werden.
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