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Neues Verfahren verwandelt PVC in Streusalz

Dezember 1999
. Das dänische Forschungsinstitut NKT Research Centre hat eine neue Methode entwickelt, mit der Alt-PVC in neue Produkte und Rohstoffe umgewandelt werden kann: Im chemisch-thermischen NKT-Verfahren wird das PVC in einem Reaktor bei niedrigem Druck und mäßigen Temperaturen aufgespalten. Das im PVC enthaltene Chlor bildet mit Füllstoffen Kalziumchlorid, die Stabilisatoren werden in Metallchloride umgewandelt. Außerdem entstehen Koks und organisches Kondensat, die im Recycling-Verfahren als Energiespender dienen können. Das Kalziumchlorid kann als ökologisch unbedenkliches Streusalz verwendet werden. Die NKT-Methode bewährt sich bei der Wiederverwertung verschiedenster PVC-Produkte und auch bei gemischten Abfallströmen. Nach erfolgreichen Testreihen plant das NKT Research Centre nun den Bau einer Pilotanlage mit einer Kapazität von 200 Tonnen pro Jahr. Das Projekt wird durch das dänische Umweltschutzamt finanziert.

Die PVC-Industrie hat dieses Jahr mit mehreren neuen Verfahren zum rohstofflichen Recycling von PVC aufhorchen lassen. Das ECVM, die europaweite Vereinigung der PVC-Hersteller, hat 3 Millionen Euro in die Entwicklung einer Technologie investiert, die PVC in seine Ausgangsstoffe zerlegt und Chlor aus PVC in der Form von Salzsäure zurückgewinnt. Derzeit wird eine Anlage in Tavaux in Südfrankreich gebaut, die bis zum Jahr 2005 eine Kapazität von 25.000 Tonnen pro Jahr erreichen soll. Und das belgische Unternehmen Solvay hat das Vinyloop-Verfahren entwickelt, das sich besonders gut für das bisher schwierige Recycling von PVC-Verbundstoffen eignet.

Wasser in Hülle und Fülle

Trinkwasser-Transporte von bisher ungeahnten Dimensionen ermöglicht jetzt das norwegische Unternehmen Nordic Water Supply mit einem Ballon, in dem bis zu 20.000 Kubikmeter Wasser (20 Millionen Liter!) über das Meer transportiert werden können. Der Ballon ist trotz seiner Größe so leicht, dass er an der (Salz-)Wasseroberfläche schwimmt. Zwei oder drei dieser mobilen Wassertanks können an einem Schlepper befestigt werden, der sie zu Dürregebieten zieht. Die sogenannten "Water Bags" bestehen aus Polyestergewebe, das mit PVC beschichtet ist. Das wind- und wetterbeständige PVC sorgt dafür, dass die Qualität des Trinkwassers auch nach vielen Seemeilen erhalten bleibt. Salzwasser kann dem vielseitigen Kunststoff ebenso wenig anhaben wie Hitze, Kälte oder starke UV-Bestrahlung. PVC bewährt sich ja schon seit langem im Trinkwasserbereich - bei Rohren und bei Trinkwassertanks, die mit PVC-Folien ausgekleidet sind. Im Gegensatz zu Tankschiffen können die Water Bags auch in seichteren Häfen problemlos anlegen und dort entladen werden, auch der Kostenvergleich überzeugt: Spanien oder Marokko könnten bis zu 50 Prozent ihrer Kosten sparen, wenn sie dazu übergingen, ihr Trinkwasser mit Water Bags statt mit Tankschiffen zu transportieren, sagt Jan Halverson, Direktor der Nordic Water Supply.


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