API PVC- und Umweltberatung
Österreichs Branchenvertretung der PVC-Hersteller
Neues Verfahren löst Recycling-Probleme -
Zweites Leben für PVC-haltige Verbundprodukte
Das Wiederverwerten von Verbundmaterialien wie PVC-beschichteten Textilien
oder Bodenbelägen galt lange Zeit als schwierig, weil man die einzelnen
Bestandteile oft nicht voneinander trennen konnte. Die Firma Solvay hat nun
ein neues Recyclingverfahren vorgestellt, Vinyloop, mit dem das Problem im wahrsten
Sinn des Wortes gelöst werden kann. "PVC löst sich in einigen
Lösemitteln vollständig auf," sagt der Koordinator des Recyclingprojektes,
J.M. Yernaux. "Wir haben uns diese Eigenschaft zunutze gemacht."
Das Vinyloop-Verfahren besteht aus vier Phasen: Zuerst werden die Verbundprodukte
zermahlen und selektiv aufgelöst, dann werden die einzelnen Stoffe voneinander
getrennt und getrocknet. Das wiedergewonnene PVC enthält alle Zusatzstoffe
des Ausgangsmaterials und kann wieder als Compound verarbeitet werden. Andere
aus Verbundmaterialien gefilterte Stoffe wie Polyester, Glasfasern oder Aluminium
können ebenfalls wiederverwertet werden. Die von Solvay gemeinsam mit einem
Hersteller von Planstoffen entwickelte Technologie eignet sich für die
Aufarbeitung mehrerer PVC-haltiger Verbundprodukte: Planen, Armaturenbretter,
Kabel, Bodenbeläge oder Tabletten-Durchdrückpackungen. Am Bau einer
ersten Anlage wird bereits gearbeitet, sie soll im Jahr 2001 ihren Betrieb aufnehmen.
PVC schafft Qualifikation für Olympische Spiele -
Studie untermauert Umweltverträglichkeit
Die größte und renommierteste Forschungsorganisation Australiens,
CSIRO, hat in einer soeben veröffentlichten Studie Kritik an PVC als Baustoff
zurückgewiesen. Umweltaktivisten hatten gefordert, bei den Bauten für
die Olympischen Spiele 2000 in Sidney auf PVC zu verzichten. CSIRO überprüfte
daraufhin neueste Studien und Regierungsberichte aus der ganzen Welt und kam
zu folgendem Ergebnis: "PVC im Baubereich ist nicht weniger umweltverträglich
als andere Materialien. Auf Basis der vorliegenden Unterlagen erweist sich,
daß es zu PVC keine brauchbare Alternative gibt, die umweltfreundlicher
wäre", so CSIRO. Die australische Olympiakoordinationsbehörde
hatte für die Spiele in Sidney Umweltrichtlinien erstellt, in denen empfohlen
wird, PVC möglichst zu vermeiden. Doch seit Veröffentlichung der CSIRO-Studie
vermeidet die Behörde jegliche negativen Kommentare über den Einsatz
von PVC.
Auch die Kosten eines PVC-Verzichts beim Bau der olympischen Stätten wären
beachtlich. Nach Berechnung eines wissenschaftlichen Instituts in Sidney würden
die Baukosten dadurch um 9,48 Millionen US-Dollar (123 Millionen ATS) steigen.