API PVC- und Umweltberatung
Österreichs Branchenvertretung der PVC-Hersteller


PVC hilft bei der Nutzung erneuerbarer Energiequellen:
Doppelmembran-Speicher für die Verwertung von Biogas

Juli 2003. Österreich zählt weltweit zu jenen Ländern, die sich in besonders hohem Maße auf erneuerbare Energiequellen stützen. Neben Wasserkraft, Biomasse (z.B. Holz), Solar- und Windenergie gewinnt in letzter Zeit auch die Verwertung von Biogas stark an Bedeutung. Mehr als hundert Biogasanlagen sind in Österreich bereits in Betrieb, Dutzende in Planung – nicht zuletzt deshalb, weil eine Verordnung des Wirtschaftsministeriums den Produzenten erneuerbarer Energie seit 1.1.2003 höhere Abnahmepreise garantiert. Bei dem Betrieb einer Biogasanlage spielen die Gasspeicher eine wichtige Rolle – viele von ihnen bestehen aus PVC-beschichtetem Gewebe.

Bevor das aus biologischen Abfällen oder pflanzlichen Rohstoffen gewonnene Biogas zur Produktion von Strom und Wärme genutzt werden kann, muss es in Gasspeichern zwischengelagert und gesammelt werden. Die zu speichernde Gasmenge variiert je nachdem, wieviel Gas entnommen oder neu zugeführt wird. Eine Membran im Inneren der Gasspeicher passt sich diesen Volumensschwankungen an – je nach FülImenge hebt oder senkt sie sich. Das Biogas darf nicht unkontrolliert entweichen und es muss luftdicht abgeschlossen sein. „Unsere Doppelmembran-Gasspeicher erfüllen diese Ansprüche einwandfrei. Wir verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung in diesem Bereich,“ erklärt Robert Dietl von der Sattler AG. Das österreichische Unternehmen gehört zu den erfolgreichsten Biogasspeicher-Produzenten Europas.

Der Gasspeicher besteht aus drei Membranen, die mit einem Stahlring an einem Stahlbetonfundament fixiert sind. Die Bodenmembrane dichtet den Gasraum am Fundament ab. Die Innenmenbran, die das Biogas aufnimmt, ist von einer schützenden Außenmembran umgeben. Ein explosionsgeschütztes Stützluftgebläse fördert kontinuierlich Luft in den Raum zwischen Innen- und Außenmembran. So bleibt die Außenmembran prall aufgeblasen, stabilisiert die Konstruktion und trotzt Belastungen durch Schnee und Wind. Alle drei Membranen sind aus hochfestem, beidseitig PVC-beschichteten Polyestergewebe. „Durch die PVC-Beschichtung haben die Membranen eine minimale Gasdurchlässigkeit“, sagt Dietl, „außerdem sind sie resistent gegen Witterungseinflüsse, UV-Strahlung, Pilz- und Mikrobenbefall, flexibel und gleichzeitig äußerst robust.“

Die Doppelmembran-Gasspeicher sind wartungsfrei, langlebig, innerhalb weniger Tage montiert und sofort betriebsbereit. Es gibt sie in Größen von 50 bis 5.000 m3. Der derzeit größte in Österreich betriebene Biogasspeicher hat ein Fassungsvermögen von rund 1.000 m3 und ist in St. Stefan/Rosental (Oststeiermark) im Einsatz.

Biogas, das zu etwa einem Drittel aus Kohlendioxid und zu zwei Dritteln aus Methan besteht, ist ein brennbares Gas mit hohem Energiewert. Es wird täglich in enormen Mengen freigesetzt. Durch seine Verwertung wird der Ausstoß von gefährlichen Treibhausgasen verringert, da sie – statt die Atmosphäre zu belasten – zur Energiegewinnung genutzt werden. Ermutigt durch Förderprogramme der EU erschließen immer mehr Bauern die Produktion von Energie aus Biogas als (zusätzliche) Einnahmequelle. Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Biogasanlagen und damit auch die Nachfrage nach Doppelmembran-Gasspeichern in den nächsten Jahren stark steigen wird. Daher wird PVC auch künftig einen wichtigen Beitrag zur Nutzung erneuerbarer Energie leisten.