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EU veröffentlicht "Grünbuch" zu PVC -
Diskussionsgrundlage für weitere Strategie der EU
Juli 2000. Nach dreijähriger Forschungs- und Untersuchungsarbeit (als "Horizontalinitiative"
bezeichnet) hat die EU-Kommission nun ein "Grünbuch"
zu Polyvinylchlorid (PVC) vorgelegt. Das Papier wird in den nächsten
Monaten zwischen allen Beteiligten diskutiert und soll Anfang nächsten
Jahres in eine Grundsatzstrategie der EU gegenüber dem viel diskutierten
Kunststoff münden. Behandelt werden ökologische Fragen
mit einem Schwerpunkt auf dem Abfallmanagement. Zu diesem Thema waren
von der Kommission fünf Studien in Auftrag gegeben worden, aus
denen hervorgeht, dass PVC-spezifische Maßnahmen in der Behandlung
von PVC-Abfällen grundsätzlich nicht notwendig sind.
Von den Vertretungen der europäischen PVC-Branche wird das
"Grünbuch" allerdings als "ein wenig befriedigender
Überblick über den PVC-Lebenszyklus" beurteilt: Zwar
werde bestätigt, dass PVC einer der wichtigsten synthetischen
Werkstoffe unserer Zeit ist, doch gehe das Papier nicht auf die
wesentlichen PVC-Themen ein. Die Vorschläge des Diskussionspapiers
würden der Fülle an Informationen zu PVC, die der Kommission
vorliegen, nicht gerecht. Es scheine, dass die EU-Kommission einen
"unglücklichen Kompromiß" mit den vehementen
PVC-Gegnern eingegangen sei und dabei in Kauf genommen habe, dass
das Grünbuch im drastischen Widerspruch zu den Ergebnissen
der wissenschaftlichen Arbeit im Rahmen der Horizontalinitiative
stehe.
"Wir sind der Meinung, dass jede tiefergehende Beurteilung
eines Werkstoffes den ganzen Lebenszyklus betrachten muss und sich
nicht auf einen einzigen Aspekt wie die Abfallbehandlung beschränken
sollte", erklärt Jean-Pierre Pleska, Vorstand der Europäischen
Vereinigung der PVC-Hersteller (ECVM). "Es war eine nicht zielführende
Entscheidung der EU, den Schwerpunkt des Grünbuches auf die
Behandlung von PVC-Abfällen zu setzen. Diese ist weitgehend
keine spezifische Materialfrage, sondern eine Frage der grundsätzlichen
Einstellung der Gesellschaft zur Abfallbehandlung und Wiederverwertung."
Würden andere Werkstoffe im Rahmen einer derartigen Studie
untersucht, käme man zu ganz ähnlichen Ergebnissen. "Zusätzlich
erfordert die Beurteilung eines Werkstoffes auch einen klaren Blick
auf mögliche Alternativen und auf den sozialen und wirtschaftlichen
Wert der Produkte - diese Aspekte werden in dem Grünbuch nicht
berücksichtigt."
"Wir sind davon überzeugt", so Pleska, "dass
das Voluntary Commitment' der PVC-Branche, dessen Umsetzung
bereits begonnen hat, Lösungen für einige der im Grünbuch
angesprochenen Fragen bietet. Es bedeutet wesentliche ökologische
Verbesserungen in allen Phasen des PVC-Lebenszyklus; und da sich
die gesamte PVC-Branche daran beteiligt, können die Maßnahmen
äußerst schnell und wirksam umgesetzt werden. Sie beruhen
auf genauen Daten und Verpflichtungen, sind messbar und werden
von unabhängigen Dritten überprüft."
Die PVC-Branche ist zuversichtlich, ihren Argumenten im nun folgenden
Konsultationsprozess mit den Vertretern der EU Gehör zu verschaffen.
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