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Unabhängige Wissenschaftler bestätigen:
PVC ist auch auf Mülldeponien kein Problem

Oktober 1999
. PVC zersetzt sich auf Mülldeponien nicht, und es findet auch keine Freisetzung chlorierter Verbindungen aus dem Kunststoff statt. Geringe, aus PVC-Produkten manchmal austretende Mengen an Weichmachern und Stabilisatoren können als nicht umweltrelevant eingestuft werden. Zu diesem Ergebnis kommen unabhängige Wissenschaftler nach dreijähriger Forschungsarbeit. Unter Beratung der schwedischen Umweltschutz-Behörde waren Experten der Universitäten Hamburg-Harburg (Deutschland) sowie Linköping und Chalmers-Gothenburg (Schweden) der Frage nachgegangen, ob PVC auf Deponien ein ökologisches Risiko darstellen könnte. Untersucht wurde das Langzeitverhalten von PVC anhand von Simulationsversuchen im Labor ebenso wie durch Beprobungen von Sickerwasser und Gasen aus Deponien in Schweden, Deutschland und Italien.

Die Forscher stellten weiters fest, dass das im Deponiegas zu findende Vinylchlorid nicht den PVC-Abfällen zuzuschreiben ist, sondern aus anderen chlorhaltigen Quellen stammt. Auch der Gehalt an Metallen in Deponie-Auswaschungen wird von PVC-Abfällen nicht beeinflusst. Dem Risk Assessment wurde die von der EU empfohlene Methodik zu Grunde gelegt. Die Deponierung von PVC-Produkten stellt kein bedeutsames Risiko für die Umwelt dar, schließen die Experten. Sie sollte daher als eine der möglichen Alternativen des PVC-Abfallbewirtschaftungskonzeptes nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Europaweit wird derzeit rund die Hälfte des Hausmülls der Deponierung zugeführt. Die EU-Behörden können der neuen Studie daher wichtige Erkenntnisse für die Abfallwirtschaftspolitik entnehmen.

Die Studie wurde 1996 als Teil der umfassenden Bemühungen, solide Daten über das Langzeitverhalten von PVC zu gewinnen, in Auftrag gegeben. Sie wurde vom European Council of Vinyl Manufacturers ECVM (der Branchenorganisation der PVC-Hersteller), dem European Council for Plasticisers and Intermediates (Hersteller von Weichmachern und Zusatzstoffen), der European Stabiliser Producers Association (Stabilisatoren-Hersteller), der Organotin Environmental Programme Association (Organotin Umweltprogramm) und Hydro Polymers unterstützt.

Die PVC-Industrie arbeitet aktiv an der Optimierung sowohl der werk- und rohstofflichen wie auch der thermischen Verwertung von PVC-Abfällen mit. Die deutschen und schwedischen Wissenschaftler gehen davon aus, dass mit der steigenden Effizienz dieser Verwertungswege auch die PVC-Mengen, die auf Deponien entsorgt werden, sinken. Da sich gezeigt hat, dass sich PVC auch unter verstärkten Deponiebedingungen nicht zersetzt und lediglich vernachlässigbare Mengen an Zusatzstoffen verliert, besteht jedoch keinerlei Anlaß zur Sorge über die Deponierung von PVC-Abfällen.


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