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EU-Umweltkommissarin fordert neue Regelungen:
"In Umweltpolitik stärker mit der Wirtschaft zusammenarbeiten"
Dezember 2000. Die EU wird in ihrer Umweltpolitik künftig stärker mit als
gegen die Wirtschaft arbeiten. Dies betonte EU-Umweltkommissarin Margot
Wallström bei einem Treffen mit Wirtschafts- und Umweltgruppen
Ende November im Europaparlament. "Wir müssen bestehende
gesetzliche Regelungen durch neue strategische Ansätze ergänzen",
sagte Wallström. "Die Politik kann von den Entwicklungen
des Marktes lernen und sollte marktorientierte Mechanismen einführen,
um ihre Umweltziele zu erreichen." In der Industrie beschäftigte
Personen könnten selbst oft am besten die Kosten und Machbarkeit
von Umweltmaßnahmen einschätzen. Daher sei es in den meisten
Fällen klüger, Entscheidungen über die Vermeidung von
Umweltbelastungen jenen zu überlassen, die sie dann auch umsetzen
müssen. Die Kommission sehe ihre Aufgabe nicht in "Befehl
und Kontrolle", sondern darin, den Unternehmen dabei zu helfen,
die Umweltpolitik der EU zu verstehen und nachzuvollziehen, sagte
Wallström.
Die Umweltkommissarin sagte, dass die EU freiwillige Umweltverpflichtungen
der Wirtschaft unterstütze. Frau Wallström ist davon überzeugt,
dass die neue "integrierte Produktpolitik" (integrated
product policy - IPP) sich zu einem "Win-win"-Szenario
für Umwelt und Wirtschaft entwickelt.
Die PVC-Industrie hat sich bereits Anfang des Jahres 2000 freiwillig
zu konkreten Umweltmaßnahmen verpflichtet. Das "Voluntary
Commitment" besteht aus einem klaren Aktionsplan für die
effiziente Nutzung von Ressourcen, Minimierung von Emissionen und
Abfall, und die Optimierung von PVC-Produkten im Sinne der Nachhaltigkeit.
Die PVC-Hersteller und ihre Industriepartner (Zulieferer, Verarbeiter)
werden in die Umsetzung dieser Maßnahmen rund 250 Millionen
Euro (3,44 Mrd. Schilling) investieren.
Der neue Ansatz in der EU-Umweltpolitik geht einher mit wichtigen
Umstrukturierungen in der EU-Generaldirektion "Umwelt";.
Die Abteilung Abfallwirtschaft wird umorganisiert, der bisherige
Abteilungsleiter Ludwig Krämer, der eine stärkere EU-Reglementierung
durchsetzen wollte, wird abgelöst. Künftig sollen Themen
der Abfallwirtschaft von einer Abteilung für nachhaltigen Verbrauch
und Abfallbehandlung bearbeitet werden, an die Stelle Krämers
tritt Marianne Klingenbeil. Frau Klingenbeil war in der EU-Kommission
bisher für freiwillige Umweltverpflichtungen der Industrie
zuständig. Es heißt, dass von ihr auch wichtige Anregungen
für Wallströms Rede im EU-Parlament ausgegangen sind.
Die Umstrukturierung der GD Umwelt erfolgt zu einem für die
PVC-Industrie bedeutsamen Zeitraum. Ludwig Krämer war in der
Generaldirektion auch für das EU-Grünbuch zu PVC und den
darauf folgenden Konsultationsprozess verantwortlich. Die EU hatte
alle Interessierten aufgefordert, bis Ende November Stellungnahmen
zum Grünbuch abzugeben. Mitte November zeichnete sich bereits
ab, dass sich die meisten bei der EU eingetroffenen Schreiben positiv
zu PVC äußerten. Unter Anderen hat auch Pierre-Gilles
de Gennes, der für seine Forschungsarbeiten über Kunststoffe
1991 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden ist, bei der EU dafür
plädiert, das Voluntary Commitment der PVC-Industrie stärker
zu berücksichtigen.
Die EU hat im Internet unter http://europa.eu.int/comm/environment/pvc/index.htm
die bei ihr eingegangenen Stellungnahmen zum Grünbuch veröffentlicht.
Reaktionen der PVC-Industrie und Informationen über ihre freiwilligen
Umweltverpflichtungen können unter http://www.pvcinitiative.com
eingesehen werden oder bei der API PVC- und Umweltberatung (Telefon
01/712 72 77, Fax 01/712 72 77-88, E-mail: office.at@plasticseurope.org) kostenlos bezogen
werden.
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