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PVC-Produktion in Europa
Frühjahr 2011. Polyvinylchlorid, PVC, ist einer der weltweit am häufigsten eingesetzte Polymer-Kunststoffe. Die vielen Verarbeitungs- und Gestaltungsmöglichkeiten machen den Werkstoff zum Material der Wahl in unterschiedlichen Bereichen wie Industrie und Technik, aber auch bei Alltagsanwendungen: Von Fensterprofilen und Blutbeutel bis zu Kreditkarten oder Regenmänteln.
PVC wird seit den späten 1920er kommerziell produziert. Damals wie heute werden einer Mischung aus 57 % Salz und 43% Erdöl/Erdgas verschiedene Additive beigemengt, die dem Werkstoff seine herausragenden Eigenschaften wie Flexibilität, Langlebigkeit und hohe Kosten-Effizienz verliehen.
Durch die hohe Lebensdauer der meisten PVC-Produkte und -Systeme war der Kunststoff seit jeher als ressourcenschonender Werkstoff anerkannt. In den vergangenen Jahren unternahm die europäische Industrie zahlreiche Schritte, den Beitrag von PVC zu nachhaltiger Entwicklung noch weiter zu steigern. Die bedeutendste Maßnahme ist Vinyl 2010: Ein revolutionäres freiwilliges Selbstverpflichtungsprogramm zur Sammlung und Recycling von Alt-PVC sowie dem verantwortungsvollen Umgang mit Additiven und hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung neuer Technologien.
Verwendung von PVC
PVC leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass unser Leben sicherer, bequemer und angenehmer wird. Und: Nur wenige Materialien mit der Kosten-Nutzen-Performance von PVC mithalten.
Der Traditionskunststoff bringt eine ganze Reihe von Vorteilen bei Produkten und Anwendungen aus unterschiedlichen Bereichen wie etwa Fahrzeugbau, Medizin, Elektronikindustrie und IT, Verpackungen, Mode und dem Baugewerbe ein. Allein die Baubranche verwendet rund 60% des in Europa produzierten PVC. Beispiele für typische Anwendungen sind Rohre, Fensterrahmen, Fußböden, Kabel und Dachbahnen.
In anderen Bereichen verringert der Einsatz von PVC beispielsweise das Gewicht von Kraftfahrzeugen und macht sie resistenter gegen Korrosion, erhöht die Lebensdauer von Fenstern, transportiert wertvolles Trinkwasser in widerstandsfähigen Rohren und schützt lebensrettendes Blut in Blutbeuteln.
PVC Anwendungen bleiben darüber hinaus wesentlich länger funktionstüchtig als ihrer Pendants aus alternativen Materialien. Der Unterschied kann bis zu 60 Jahre ausmachen, wie etwa bei Kabeln, Rohren und Fensterprofilen. Der Vorteil liegt auf der Hand: PVC bleibt außerordentlich lange im Einsatz, bevor es in die Abfallkette wandert. Darüber hinaus benötigen PVC-Produkte weniger Wartung und damit weniger zusätzlichen Energieeinsatz und Chemikalien.

Die PVC Branche in Europa
Die weltweite Nachfrage nach PVC liegt bei rund 35 Millionen Tonnen jährlich. Knapp 8 Millionen Tonnen werden in Europa produziert – und zu Gütern im Wert von 80 Milliarden Euro verarbeitet. Wie in allen Industriezweigen sank aufgrund der weltweiten Rezession im Jahr 2008 auch die Nachfrage nach PVC-Produkten. Während PVC aufgrund seiner Kosteneffizienz speziell in wirtschaftlich schwierigen Zeiten noch wertvoller sein sollte, hatte die Verlangsamung nahezu aller Wirtschaftssektoren in Europa die Nachfrage nach Roh-PVC von 6,5 Millionen Tonnen im Jahr 2007 auf 5 Millionen Tonnen im Jahr 2009 reduziert.
2010 begann sich die PVC-Branche wieder zu erholen, und der Verbrauch von PVC in Europa stieg – vor allem durch den Aufschwung in Osteuropa – wieder auf 5,4 Millionen Tonnen.
Die PVC-Branche beschäftigt in Europa über eine halbe Million Menschen in rund 21.000 Unternehmen (Klein- und Mittelbetriebe mit eingerechnet). Die Industriekette reicht von der Produktion des Rohmaterials bis zu den Verarbeitern zu PVC-Anwendungen und -Produkten.
Auf europäischer Ebene wird die PVC-Industrie durch vier Verbände repräsentiert:
- ECVM (the European Council of Vinyl Manufacturers), vertritt die 13 größten europäischen Roh-PVC Produzenten. Diese zeichnen für nahezu die gesamte PVC-Produktion in den EU-27 verantwortlich. In 60 Produktionsanlagen auf über 35 Standorten sind rund 10.000 Menschen beschäftigt.
- ESPA (the European Stabilisers Producers Association), repräsentiert 11 Unternehmen, die über 98% der in Europa vertriebenen Stabilisatoren erzeugen. Sie sind Arbeitgeber für knapp 5.000 Menschen.
- ECPI (the European Council for Plasticisers and Intermediates), vertritt die sieben wichtigsten Weichmacher- und Zwischenproduzenten. Sie beschäftigen 1.200 Mitarbeiter.
- EuPC (the European Plastics Converters), vertritt knapp 50.000 Betriebe, die in Europa jährlich über 45 Millionen Kunststoff-Produkte unterschiedlichster Art herstellen. EuPC schätzt, dass rund 21.000 dieser Betriebe (bei den meisten handelt es sich um KMUs) mit ihren über eine halbe Million Mitarbeitern mit der Verarbeitung von PVC zu fertigen Anwendungen für den Hausgebrauch oder Industrie beschäftigt sind.
PVC und nachhaltige Entwicklung
PVC besitzt eine Vielzahl an Eigenschaften, die aus Sicht der Nachhaltigkeits-Kriterien entscheidend sind. Dies beginnt schon bei dessen Produktion: PVC ist aufgrund seines hohen Salzanteils wesentlich weniger von Rohöl abhängig als alle anderen bekannten Traditionskunststoffe. Seine hohe Haltbarkeit und die Energieeffizienz der aus ihm geschaffenen Anwendungen machen PVC zu einem höchst Effektiven Werkstoff der Ressourcenschonung.
PVC ist – über seinen gesamten Lebenszyklus betrachtet – mehr als wettbewerbsfähig, was seine Umweltauswirkungen betrifft. Zahlreiche Studien zu Ökoeffizienz und Life Cycle Assessment (LCA) zeigen, dass PVC-Anwendungen bei Energieaufwand und GWP (Global Warming Potential) zumindest gleichwertig mit Alternativprodukten abschneiden. Im Gesamtenergieverbrauch und bei der Verringerung von CO2-Emissionen gehen sie in vielen Fällen sogar als Sieger hervor.
Ein zusätzlicher Vorteil gegenüber Alternativstoffen ist die Möglichkeit, die Zusammensetzung von PVC-Produkten so zu ändern, dass Sicherheits- und Umweltstandards verbessert werden können, ohne die hohe technische Leistung zu senken.
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: PlasticsEurope Austria, DI Heinz G. Schratt, T: 01/712 72 77, h.schratt@plasticseurope.org
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