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PVC - Ein Werkstoff unter der Lupe
Seit 50 Jahren ist der Kunststoff PVC (Polyvinylchlorid) einer
der bedeutendsten Werkstoffe des modernen Lebens - im Bauwesen,
in Elektro- und Elektronikprodukten, im Gesundheitswesen, in Fahrzeugen
und in der Verpackung. 30 Millionen Tonnen PVC werden weltweit jährlich
verarbeitet.
Seit gut 20 Jahren steht PVC auch im Mittelpunkt vieler Diskussionen:
Als geradezu prototypischer Werkstoff der 2. Hälfte des 20.
Jahrhunderts wurde die Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit
von PVC sehr genau unter die Lupe genommen. Die Vorwürfe waren
- und sind - nicht immer fair, teilweise irreführend und meist
pauschal. Die Vielseitigkeit des Materials, die unterschiedlichen
Einsatzgebiete und die Komplexität der Umweltthematik generell
trugen dazu bei, dass die sachliche Betrachtung zu oft zugunsten
einer emotionellen, vermeintlich "einfachen" Beurteilung
in's Hintertreffen geriet.
Wichtige Umweltthemen - Recycling, die Entwicklung der chemischen
Industrie ("Chlorchemie"), Müllverbrennung und Deponierung,
Ressourcenschonung, Brandschutz, der Einsatz von Additiven und viele
andere - wurden anhand von PVC abgehandelt. Das Positive daran:
Wohl kaum ein Werkstoff kann auf derart umfassendes Wissen, intensive
Untersuchung und weitreichende Erkenntnisse verweisen. Die Schattenseite:
PVC gilt vielerorts als "Problemstoff". Die Beurteilung
des Materials - vor allem in der breiten Öffentlichkeit, in
den Medien und in der Politik - hält mit den wissenschaftlichen
Erkenntnissen und der Weiterentwicklung der Industrie nicht Schritt.
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