API PVC- und Umweltberatung
Österreichs Branchenvertretung der PVC-Hersteller
Die PVC-"Horizontalstudien" der EU
Die Europäische Kommission initiierte im Jahr 1997 die sogenannte "Horitzontalstudien"
zu PVC, die ein definitives Verständnis der ökonomischen und ökologischen
Auswirkungen aller PVC-Anwendungen liefern sollen. Die Arbeiten werden als Horizontalstudien
bezeichnet, weil sie sich mit PVC-Produkten im Querschnitt über alle Einzelanwendungen
(wie Auto, Elektrik, Bau, Medizin, etc) hinweg befassen. Spezifische Studien
für jedes einzelne PVC-Produkt im Abfallstrom sollen sich dadurch erübrigen.
Unter gemeinsamer Federführung der DG Enterprise ("Unternehmen")
und DG Environment ("Umwelt") wurde das gesamte Spektrum der Entsorgungspositionen
untersucht. Ziel ist die Bewertung der kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen
und damit letztlich eine Grundlage für die Haltung der Europäischen
Kommission zu PVC.
Fünf Themenbereiche wurden von verschiedenen Instituten untersucht:
Werkstoffliches Recycling von Alt-PVC-Produkten
"Mechanical Recycling of PVC-Waste"; Prognos
Rohstoffliches Recycling von Kunststoffabfällen
"Chemical Recycling of Plastics (PVC) Waste"; TNO
Auswirkungen von PVC auf Rauchgasreinigungsrückstände
in Verbrennungsanlagen
"Influence of PVC on Quantity and Hazardousness of Incineration Flue
Gas Residues"; Bertin
Verhalten von PVC auf Deponien
"Behaviour of PVC in Landfill", ARGUS/UNI Rostock
Ökonomische Bewertung des PVC-Abfallmanagements
"Economic evaluation of PVC waste management"; AEA Technology
Nach dreijähriger Forschungs- und Untersuchungsarbeit und Fertigstellung
der fünf Studien liegt seit Juli 2000 ein gemeinsames Positionspapier der
befassten DGs, ein "Grünbuch" zu PVC, vor. Das Papier wurde in
den folgenden Monaten zwischen allen Beteiligten diskutiert. Das "Grünbuch"
behandelt ökologische Fragen der PVC-Verwendung mit zwei Schwerpunkten:
"Additive" und "Abfallmanagement". Von den Vertretungen
der europäischen PVC-Branche wird das "Grünbuch" in dieser
Fassung allerdings noch als wenig befriedigend beurteilt: Zwar wird bestätigt,
dass PVC einer der wichtigsten synthetischen Werkstoffe unserer Zeit ist, doch
geht das Papier nicht auf die wesentlichen PVC-Themen ein. Die Vorschläge
werden der Fülle an Informationen über den PVC-Lebenszyklus, die vorliegen,
nicht gerecht. Teilweise steht das Grün-buch im Widerspruch zu den Ergebnissen
der wissenschaftlichen Arbeit im Rahmen der Horizontalinitiative.
Anfang 2001 wird die EU-Kommission - im wesentlichen die Kommissäre für
Umwelt (Margot Wallström) und Unternehmen (Erkki Liikanen) - ihren Ergebnisbericht
mit Vorschlägen für konkrete Maßnahmen ("Mitteilung"
der Kommission) vorlegen. Dieses Papier ist eine Empfehlung der Kommission an
die EU-Mitgliedsstaaten.