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Weich-PVC
Was haben Bodenbeläge, Blutbeutel, Schwimmflügel, Reisetaschen
und der Un-terbodenschutz des Autos gemeinsam? Sie sind aus Weich-PVC.
Jenem Bereich, dem der Kunststoff seinen Ruf als Meister der Vielseitigkeit
verdankt: Durch den Zusatz von Weichmachern lassen sich die Materialeigenschaften
nahezu gren-zenlos variieren. Weich-PVC eignet sich nicht nur für
eine große Bandbreite an Produkten, es erlaubt auch verschiedenste
Verarbeitungsverfahren - und das zu einem günstigen Preis.
Die Weichmacher
Durch die Beigabe von Additiven können - ähnlich wie bei
den unterschiedlichen Legierungen von Stahl - die Eigenschaften
von PVC variiert werden. Der größte Teil der für
die Herstellung von Weich-PVC-Produkten verwendeten Weichmacher
gehören zur Gruppe der Phthalsäureester, sind also Alkohol-Derivate.
Der west-europäische Jahresverbrauch liegt bei 850.000 Tonnen.
Die drei wichtigsten Phthalate DEHP (oder DOP), DINP und DIDP erreichen
einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Die Art und der Anteil
des Weichmachers bestimmen die Ei-genschaften des Materials.
Fakten zu Weich-PVC (PVC-P)
- Weichmacher-Moleküle lagern sich zwischen die Molekülketten
des PVC ein und lockern das Gefüge auf.
- Der Kunststoff wird dadurch flexibel und dehnbar.
- Werden die Weichmacher dem (körnigen) Suspensions-PVC
in einem Heiß-mischer zugesetzt, entsteht ein Pulver (Dry
blend).
- Feinteiliges Emulsions-PVC wird mit Weichmachern zu einem
zähflüssigen Produkt - einer PVC-Paste (Plastisol) - verrührt.
- Die wichtigsten Einsatzgebiete von Weich-PVC sind Kabel,
Bodenbeläge, Dichtungsbahnen, Folien, Planen und andere Textilbeschichtungen,
Schläu-che, der Unterbodenschutz des Autos und Spielzeug.
- Große Bedeutung kommt Weich-PVC in der Intensivmedizin
zu: in Form von Blut- und Dialysebeuteln, Schläuchen, Handschuhen
und Zubehörteilen.
- Weich-PVC macht etwas mehr als ein Drittel der PVC-Anwendungen
aus.
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